Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde verlängerte die Frist für Onlineshops bis Ende 2020, nachdem es zahlreiche Beschwerden wegen der Komplexität der Umsetzung gab.

Am 14. September 2019 sind mit den Anforderungen für die starke Kundenauthentifizierung (SCA) im Rahmen der neuen EU-Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) strengere Sicherheitsstandards für Onlinezahlungen in Kraft getreten. Diese Standards schreiben die sogenannte "2-Faktor-Authentifizierung" auch für die Checkout-Prozesse von Onlineshops vor. Damit ist es für Onlinekäufer notwendig, Zahlungen mit Kreditkarte oder Banküberweisung in Online-Shops nicht nur durch zB. Mailadresse und Passwort, sondern durch eine weitere Authentifizierung, wie etwa der Eingabe eines zusätzlichen 3D-Secure-Passworts oder durch direkte Übertragung bestimmter Kundendaten an Zahlungsdienstleister, freizugeben.

Um diese Funktionalität anzubieten, müssen Online-Shops ihre Zahlungsschnittstellen aktualisieren - und genau das ist nicht immer einfach, stammen doch viele Shopsystem und Schnittstellen aus Zeiten, in denen von einer 2-Faktor-Authentifizeirung keine Rede war. Das Thema ist also komplex und entsprechend zögerlich wurde die neue Richtlinie von den Onlinehändlern umgesetzt. Banken hingegen stellten fristgerecht um.

Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) erkannte bereits im Sommer 2019 die Komplexität der Umsetzung der Anforderungen für den Onlinehandel an und kündigte eine Fristerstreckung an. Damit sollen Störungen des Online-Zahlungsverkehrs verhindert werden.

Am 16. Oktober 2019 gab die EBA nun bekannt, dass die Umsetzung SCA-Anforderungen für Onlinetransaktionen bis zum 31. Dezember 2020 vorgenommen werden muss. Damit soll für alle Onlinehändler eine reibungslose Umsetzung der SCA-Anforderungen ermöglicht werden.